03.02.2015|Bauhauptgewerbe

Bauhauptgewerbe: Stagnierende Entwicklung der Bautätigkeit erwartet

Im Bauhauptgewerbe setzte sich das freundliche Geschäftsklima mit einer leichten Verbesserung fort. Die Zufriedenheit mit der wirtschaftlichen Situation nahm wieder etwas zu. Für das kommende halbe Jahr erwarteten die Betriebe wie bisher keine wesentliche Änderung ihrer Geschäftslage. Der Auslastungsgrad der Gerätekapazitäten ist weitgehend konstant geblieben; er war mit 76 % (saisonbereinigt) weiterhin zwei Prozentpunkte niedriger als zur gleichen Zeit im Vorjahr. Über Behinderungen der Bautätigkeit berichteten 34 % der Baubetriebe und damit mehr als vor einem Jahr (25 %). Neben Auftragsmangel (16 %) führten nun auch Witterungseinflüsse am häufigsten zu Beeinträchtigungen (15 %). Die Reichweite der Auftragsreserven hat sich weitgehend auf dem Niveau des Vormonats und Vergleichsmonats des Vorjahres behauptet.[1] Die Produktionserwartungen wurden zurückgenommen und sprechen für eine stagnierende Entwicklung der Bautätigkeit in den nächsten Monaten. Den Firmenmeldungen zufolge konnten die Preise zwar häufiger angehoben werden als zuletzt. Die Testteilnehmer rechneten aber erneut damit, dass der Spielraum für Preiserhöhungen eher kleiner werden wird. Die Personalpläne signalisierten auch zu Beginn des Jahres einen anhaltenden Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften.

Im Hochbau konzentrierte sich die Verbesserung des Geschäftsklimas auf den öffentlichen sowie gewerblichen Hochbau. In beiden Hochbausparten wuchs die Zufriedenheit mit der aktuellen Geschäftslage, aber auch wieder freundlichere Geschäftsperspektiven trugen zum Stimmungsaufschwung bei. Der Wohnungsbau berichtete über eine weiterhin gute Geschäftssituation, an der sich in den nächsten Monaten wenig ändern dürfte. Die Kapazitätsauslastung nahm ab, sie lag im Durchschnitt der Hochbausparten mit 75 % knapp vier Prozentpunkte (saisonbereinigt) unter dem vergleichbaren Vorjahreswert. Die Reichweite der Auftragsbestände blieb nahezu konstant und war etwas höher als ein Jahr zuvor.[2]

Auch die im Tiefbau tätigen Betriebe schätzten sowohl ihre aktuelle Lage als auch ihre weiteren Aussichten im Januar wieder etwas besser ein. Die Reichweite der Auftragsbestände ging leicht zurück und war mit 2,7 Monaten genauso hoch wie zur gleichen Zeit im Vorjahr. Der Auslastungsgrad des Maschinenparks erhöhte sich und übertraf mit 76 % das vergleichbaren Vorjahresniveau (75 %, Werte saisonbereinigt) knapp.



[1] Einige große Firmen mit bisher überdurchschnittlich hohen Auftragsbeständen -vor allem im öffentlichen Hochbau, weniger stark ausgeprägt auch im gewerblichen Hochbau – hatten zum Testabschluss noch nicht gemeldet. In den relevanten Tabellen sind demzufolge zu niedrige Ergebnisse für die Reichweite im öffentlichen Hochbau sowie im gewerblichen Hochbau, aber auch in den übergeordneten Aggregaten Hochbau und Bauhauptgewerbe ausgewiesen. Die obige Aussage basiert auf Vergleichsrechnungen, in denen für die fehlenden Angaben der betreffenden Betriebe zur Reichweite der Auftragsbestände die Angaben vom Dezember herangezogen wurden. Die revidierten Werte für Januar 2015 werden mit den Testergebnissen für den Monat Februar nachgereicht werden.

[2] Konkrete Zahlenangaben werden nicht angesprochen, da die ermittelten Werte auf Schätzungen basieren. Vergleiche hierzu Erläuterungen in Fußnote 1.

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