Verarbeitendes Gewerbe: Lageurteile geben nach

Das Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe kühlte sich nach dem Anstieg vom Vormonat wieder ab. Die Testteilnehmer waren nicht mehr so zufrieden mit ihrer derzeitigen Situation und blieben weiterhin skeptisch hinsichtlich der Entwicklung in den kommenden sechs Monaten. Bei einer wieder positiven Nachfrageentwicklung soll die Produktion in der nächsten Zeit weiter ausgeweitet werden. Aus dem Auslandsgeschäft wurden erneut etwas stärkere Impulse erwartet. Die Auftragsreserve sank auf 2,9 Monate. Die Kapazitätsauslastung konnte auf 85,5 % gesteigert werden (April 2015: 85,3%).  

Das Geschäftsklima im Vorleistungsgütergewerbe verbesserte sich erneut leicht. Die befragten Unternehmen waren zwar etwas weniger zufrieden mit ihrer momentanen Geschäftssituation, die Skepsis bezüglich der kommenden Geschäftsentwicklung ließ jedoch ‒ trotz etwas geringerer Absatzchancen im Ausland ‒ wieder nach. Die Firmen beurteilten ihre Auftragsbestände weniger günstig als im Vormonat. Die Produktionspläne waren dementsprechend etwas weniger expansiv.  Saisonbereinigt sank die Auftragsreserve auf 2,7 Monate und entsprach damit dem Vorjahreswert. Die Kapazitätsauslastung konnte hingegen auf 85,2% gesteigert werden (April 2015: 85,3%). 

Nach dem Anstieg vom Vormonat kühlte sich das Geschäftsklima im Investitionsgüterbereich wieder etwas ab. Die Testteilnehmer zeigten sich erneut weniger zufrieden mit ihrer derzeitigen Lage. Für das kommende halbe Jahr rechneten sie weiterhin mit spürbarem Gegenwind. Die Exporterwartungen wurden erneut günstiger eingestuft und waren nun von verhaltener Zuversicht geprägt. Die Produktionspläne, die zuletzt noch eine Drosselung des Outputs vorgesehen hatten, waren nun wieder leicht expansiv. Die Auftragsreserve sank saisonbereinigt auf 3,1 Monate. Die Kapazitätsauslastung war mit 85,6% etwas höher als vor Jahresfrist. 

Der Klimaindikator im Bereich der Konsumgüter gab nach, blieb aber deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Nach der spürbaren Verbesserung im Vormonat nahmen die Unternehmen ihre positiven Urteile zur Geschäftslage wieder etwas zurück. Für das kommende halbe Jahr rechneten sie mit keinen weiteren Geschäftszuwächsen, auch wenn vermehrt neue Impulse aus dem Auslandsgeschäft erwartet wurden. Die Lagerüberhänge waren den Meldungen zufolge diesen Monat zu gering. Die Produktionspläne wurden entsprechend ausgeweitet. Die Firmen waren zufriedener mit ihrem derzeitigen Auftragsbestand, saisonbereinigt veränderte sich die Auftragsreserve jedoch nicht (3,1 Monate). Sie lag aber merklich über dem Vorjahreswert von 2,5 Monaten. Die Kapazitätsauslastung stieg um 1,9 Prozentpunkte auf 86,3% (April 2015: 85,6%).

Branchenentwicklung: In der chemischen Industrie sank der Klimaindikator leicht, weil die Unternehmen ihre momentane Geschäftslage weniger günstig einstuften. Für die kommenden Monate erwarteten erneut deutlich mehr Umfrageteilnehmer neue Impulse aus dem Auslandsgeschäft. Die allgemeinen Geschäftserwartungen für die nächste Zeit verbesserten sich ebenfalls. Passend dazu, wurden die Produktionspläne abermals nach oben korrigiert. Die Nachfrage verlor etwas an Schwung, war aber weiterhin dynamisch. Die Auftragsreserve konnte auf 2,1 Monate gesteigert werden (April 2015: 1,6 Monate). Die Kapazitätsauslastung lag mit 85,3% deutlich über dem Vorjahreswert (April 2015: 83,1%). 

Das Klima in der Gummi- und Kunststoffindustrie kühlte sich spürbar ab. Die derzeitige Geschäftslage wurde nicht mehr so günstig wie im Vormonat eingestuft. Die Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten wurde nur mehr verhalten zuversichtlich eingeschätzt. Dabei wurden die Absatzchancen auf ausländischen Märkten weiterhin größtenteils als günstig beurteilt. Die Produktionspläne blieben beinahe unverändert positiv. Die Kapazitätsauslastung konnte auf 2,8 Monate gesteigert werden (April 2015: 3,1 Monate). Die Kapazitätsauslastung lag mit 81,5% unter dem Vorjahreswert (April 2015: 83,3%). 

Im Papier- und Pappegewerbe klarte das Geschäftsklima auf, der Indikator blieb aber im negativen Bereich. Die zuletzt ungünstigen Urteile zur derzeitigen Geschäftslage stiegen deutlich und waren per saldo nun wieder positiv. Die zukünftige Entwicklung wurde weniger pessimistisch gesehen, obwohl vom Auslandsgeschäft deutlich schwächere Impulse als im Vormonat erwartet wurden. Die Lagerüberhänge waren auf das saisonübliche Niveau angestiegen. Die Unternehmen zeigten sich diesen Monat erneut zufriedener mit ihrem Auftragsbestand. Die Produktionspläne wurden etwas angehoben. Die Auftragsreserve blieb bei 1,4 Monaten (April 2015: 1,4 Monate). Die Kapazitätsauslastung lag mit 89,1% über dem Vorjahreswert (April 2015: 88,4%).  

Im Bereich Herstellung von Druckerzeugnissen stieg der Klimaindikator erneut, war aber weiterhin negativ. Es waren wieder mehr Unternehmen unzufrieden mit ihrer momentanen Geschäftslage. Der Pessimismus hinsichtlich der Geschäftsentwicklung ließ zwar deutlich nach, die Testteilnehmer erwarteten aber nach wie vor Geschäftsabschwächungen für die kommenden Monate. Die Exporterwartungen stiegen erneut, es wurde aber weiterhin mit Abschwächungen gerechnet. Die Produktionspläne wurden folglich häufiger auf eine Senkung des Outputs eingestellt. Die zuletzt zu niedrigen Lagerüberhänge waren per saldo nun wieder ausreichend groß. Die Kapazitätsauslastung konnte auf 86,1% gesteigert werden (April 2015: 87,4%). 

Das negative Geschäftsklima im Bereich Herstellung von Metallerzeugnissen verbesserte sich. Die befragten Firmen waren zwar weniger zufrieden mit ihrer aktuellen Geschäftslage als noch im Vormonat. Hinsichtlich der Geschäftsentwicklung nahm die Skepsis jedoch deutlich ab. Die Produktionspläne wurden weiter nach unten korrigiert. Im Auslandsgeschäft wurden wieder leichte Geschäftsabschwächungen erwartet. Die Nachfrageflaute ging weiter zurück. Die Auftragsreserve lag weiterhin bei 3,4 Monaten (April 2015: 3,1 Monate). Die Kapazitätsauslastung sank um 1,5 Prozentpunkte auf 82,7% (April 2015: 81,6%). 

Im Bereich Herstellung von DV-Geräten, elektrischen und optischen Erzeugnissen trübte sich das Klima merklich ein. Die Testteilnehmer zeigten sich weniger zufrieden mit ihrer derzeitigen Geschäftslage. Hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung nahmen die pessimistischen Einschätzungen zu. Auch die – zuvor noch positiven – Exporterwartungen sanken deutlich in den negativen Bereich. Der Auftragsbestand ging spürbar zurück. Die Produktion soll demzufolge in nächster Zeit etwas gesenkt werden. Die Auftragsreserve schrumpfte auf 3,0 Monate (April 2015: 3,2 Monate). Die Kapazitätsauslastung fiel auf 83,1% (April 2015: 84,9%). 

Das Klima im Bereich Herstellung von elektrischen Ausrüstungen gab leicht nach. Die Urteile zur aktuellen Geschäftslage veränderten sich im Vergleich zum Vormonat kaum, die Perspektiven für das nächste halbe Jahr waren jedoch wieder von leichter Skepsis geprägt. Vom Auslandsgeschäft wurden nur mehr schwächere Impulse erwartet. Die Auftragsbestände wurden erneut ungünstiger eingestuft. Die Auftragsreserve fiel auf 2,7 Monate (April 2015: 2,6 Monate). Die Kapazitätsauslastung konnte zwar leicht gesteigert werden, lag mit 84,6% aber deutlich unter dem Vorjahreswert (April 2015: 87,6%). 

Der Klimaindikator im Maschinenbau stieg erneut und erreichte wieder den positiven Bereich. Die befragten Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage beinahe genauso günstig wie im Vormonat. Bezüglich der Geschäftserwartungen für das kommende Halbjahr nahmen die negativen Stimmen per saldo weiter ab. Die Firmen rechneten jedoch weiterhin mehrheitlich mit einer Abschwächung des Auslandsgeschäftes. Die Auftragsreserve sank auf 3,5 Monate (April 2015: 3.5 Monate). Die Produktionspläne wurden zwar erneut nach oben korrigiert, für die nächste Zeit waren aber weitere Produktionskürzungen geplant. Die Kapazitätsauslastung stieg auf 83,9% und war damit 0,6 Prozentpunkte höher als vor Jahresfrist. 

Im der Branche Kraftwagen und Kraftwagenteile gab das Geschäftsklima nach. Die Urteile zur aktuellen Geschäftslage gingen zwar spürbar zurück, die deutliche Mehrheit der Umfrageteilnehmer war aber weiterhin zufrieden mit der derzeitigen Situation. Per saldo verbesserten sich die Urteile zur Geschäftsentwicklung, es wurde aber weiterhin eine Abschwächung antizipiert. Die Urteile zu den Absatzmöglichkeiten im Ausland legten deutlich zu und es wurden erstmals seit einem Vierteljahr wieder Wachstumsmöglichkeiten gesehen. Die Nachfrage war wieder positiv und die Produktionspläne wurden weiter nach oben korrigiert. Mit 3.1 Monaten lag die Auftragsreserve unter dem Vorjahreswert (April 2015: 3,3 Monate). Die Kapazitätsauslastung stieg auf 90,6% und war damit etwas höher als vor Jahresfrist (April 2015: 90,0%) 

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