31.10.2014|Bauhauptgewerbe

Bauhauptgewerbe: Geschäftsklima bleibt freundlich

Im Bauhauptgewerbe setzte sich das freundliche Geschäftsklima mit einer Abschwächungstendenz fort. Die Betriebe waren mit ihrer Geschäftslage weniger zufrieden als in den Vormonaten, im Hinblick auf ihre Geschäftsperspektiven blieben sie jedoch verhalten zuversichtlich. Der Auslastungsgrad der Gerätekapazitäten ist gesunken und war mit gut 74 % (saison- und witterungsbereinigt) um zwei Prozentpunkte niedriger als zur gleichen Zeit im Vorjahr. Über Behinderungen der Bautätigkeit berichteten 29 % der Baubetriebe und damit ähnlich viele wie vor Jahresfrist (27 %). Insgesamt klagten 18 % der Testteilnehmer über Auftragsmangel (Vorjahr: 8 %), 5 % meldeten einen Arbeitskräftemangel (Vorjahr 9 %). Die Reichweite der Auftragsreserven verlängerte sich jedoch im Durchschnitt der Bausparten auf 3,5 Monate. Sie lag damit deutlich über dem Vorjahresniveau (3,2 Monate). Der Preisanstieg für neu hereingenommene Aufträge schwächte sich den Testergebnissen zufolge weiter ab, für die nächste Zeit wurde jedoch wieder mit etwas größeren Spielräumen für Preisanhebungen gerechnet. Die Personalpläne deuten auf einen steigenden Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften hin.

Im Hochbau schwächte sich die Stimmung spartenübergreifend ab. Im öffentlichen sowie im gewerblichen Hochbau gab eine gegenüber September geringere Zufriedenheit mit der aktuellen Geschäftssituation den Ausschlag. Im Wohnungsbau wurde die Lage noch etwas positiver bewertet als im Vormonat. Im Hinblick auf das kommende halbe Jahr nahmen die hier tätigen Betriebe ihre Erwartungen aber zurück und rechneten nicht mehr mit einer weiteren Verbesserung. Insgesamt ging der Hochbau davon aus, dass sich an seiner Geschäftslage wenig ändern dürfte. Im öffentlichen Hochbau wurden jedoch durchaus Risiken für die weitere Entwicklung gesehen. Die Kapazitätsauslastung ist erneut gesunken und war mit 75 % um drei Prozentpunkte (saison- und witterungsbereinigt) niedriger als zur gleichen Zeit im Vorjahr. Die Reichweite der Auftragsbestände legte in allen Hochbausparten nochmals zu; im Gesamtdurchschnitt erhöhte sie sich auf 3,9 Monate (Vorjahreswert: 3,5 Monate).

Die im Tiefbau tätigen Betriebe schwächten ihre bisher relativ positiven Urteile zur Geschäftslage ab, sie schätzten die Entwicklung in den kommenden Monaten aber günstiger ein als bisher. Nicht ganz in dieses Erwartungsbild passt, dass sich die Reichweite der Auftragsreserven verkürzte und mit 2,5 Monaten nur noch ähnlich hoch war wie zur gleichen Zeit im Vorjahr (2,6 Monate). Eine Überzeichnung der rückläufigen Entwicklung der Auftragsreserven kann deswegen nicht ausgeschlossen werden. Der Auslastungsgrad des Maschinenparks verringerte sich und lag mit 73 % auf dem vergleichbaren Vorjahresniveau (Werte saison- und witterungsbereinigt).



[1] Der im Vorjahresvergleich aktuell höhere Anteil von Baubehinderungen infolge Auftragsmangel spricht dafür, dass vom Anstieg der Auftragsreserven nicht alle Betriebe profitiert haben.

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