03.04.2014|Bauhauptgewerbe

Bauhauptgewerbe: Freundliche Aussichten für den Tiefbau

Die Betriebe des Bauhauptgewerbes äußerten sich über ihre Geschäftslage ähnlich zufrieden wie im Februar, sie blickten aber der kommenden Entwicklung weniger zuversichtlich entgegen.

Von Behinderungen der Bautätigkeit waren nur 31 % der Betriebe betroffen gegenüber 77 % ein Jahr zuvor. Über witterungsbedingte Behinderungen berichteten nur noch 4 % der Testteilnehmer (Vorjahr: 72 %), 21 % klagten über Auftragsmangel (Vorjahr: 7 %). Andere Faktoren spielten ähnlich wie das Wetter bei Behinderungen nur eine untergeordnete Rolle. Infolge des ungewöhnlich milden Winters bewegte sich die Auslastung der Baumaschinen und Baugeräte auf einem hohen Niveau. Sie war wie schon in den beiden Vormonaten deutlich höher als zur gleichen Zeit im Vorjahr (70 % gegenüber 66 %, nicht bereinigte Ursprungswerte).[1] Die Reichweite der Auftragsreserven verkürzte sich im Durchschnitt der Bausparten und war mit 2,9 Monaten deutlich niedriger als vor Jahresfrist (3,5 Monate). Der Abstand zum Vorjahresergebnis dürfte in den Testergebnissen jedoch überzeichnet sein. Wie schon im Vormonat rechneten die Testteilnehmer damit, dass die Spielräume für Erhöhungen der Bauleistungspreise eher wieder kleiner werden. Die Personalpläne wurden nach unten korrigiert, deuteten aber weiterhin auf eine verhalten aufwärts gerichtete Beschäftigtenentwicklung im baden-württembergischen Bauhauptgewerbe hin.

Im Hochbau setzte sich die Abkühlung des Geschäftsklimas fort. Die Klimaabschwächung resultierte aus einer weniger günstigen Einschätzung der Geschäftsperspektiven, insbesondere im öffentlichen Hochbau sowie Wohnungsbau. Im Gegensatz dazu beurteilten die Betriebe ihre Geschäftslage im Hochbau insgesamt beinahe noch so positiv wie im Vormonat. Da die Bautätigkeit kaum durch widrige Witterungsverhältnisse beeinträchtigt wurde, lag die Kapazitätsauslastung mit 72 % über dem vergleichbaren Vorjahresniveau (70 %, nicht bereinigte Ursprungswerte).[2] Die Reichweite der Auftragsbestände verkürzte sich im öffentlichen sowie gewerblichen Hochbau, im Wohnungsbau ist sie konstant geblieben. Im Durchschnitt der Hochbausparten verringerte sie sich auf 3,0 Monate, womit sie deutlich niedriger war als ein Jahr zuvor (3,7 Monate). Hier ist zu berücksichtigen, dass die Bauleistung in den letzten Monaten deutlich höher war als sonst zu dieser Jahreszeit.

Im Tiefbau hat sich das Geschäftsklima wieder verbessert. Ausschlaggebend war eine größere Zufriedenheit mit der aktuellen Geschäftslage, die Perspektiven für das kommende halbe Jahr wurden im Gegensatz zum Hochbau noch beinahe als so freundlich eingeschätzt wie im Monat zuvor. Die Reichweite der Auftragsreserven ist leicht gestiegen, sie war mit 2,6 Monaten aber weiterhin niedriger als vor Jahresfrist (3,0 Monate). Der Auslastungsgrad des Maschinenparks lag vor allem witterungsbedingt mit 64 % deutlich über dem entsprechenden Wert des Vorjahres (58 %, nicht bereinigte Ursprungswerte).[3]



[1] Saison- und witterungsbereinigt lag die Kapazitätsauslastung im Bauhauptgewerbe insgesamt mit 73 % jedoch unter dem vergleichbaren Vorjahresniveau (76 %)

[2] Saison- und witterungsbereinigt war die Kapazitätsauslastung im Hochbau mit 75 % niedriger als vor einem Jahr (79 %)

[3] Saison- und witterungsbereinigt lag der Auslastungsgrad auch im Tiefbau mit 68 % unter dem vergleichbaren Vorjahresniveau (72 %)

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