02.04.2015|Bauhauptgewerbe

Bauhauptgewerbe: Zuversichtlicher Hochbau

Im Bauhauptgewerbe haben sich das Geschäftsklima und seine beiden Komponenten im März kaum verändert. Die Betriebe waren mit ihrer Geschäftslage deutlich überwiegend zufrieden und blieben im Hinblick auf die weitere Entwicklung zuversichtlich. Der Auslastungsgrad der Gerätekapazitäten ist gestiegen; er lag mit 77% (saisonbereinigt)[1] knapp unter dem vergleichbaren Vorjahrniveau (78%), wobei zu berücksichtigen ist, dass erneut bei wesentlich mehr Betrieben als ein Jahr zuvor die Bautätigkeit durch Witterungseinflüsse beeinträchtigt war (48% gegenüber 4%). Auftragsmangel wurde weiterhin mit deutlichem Abstand an zweiter Stelle und nicht mehr so häufig wie im Vorjahr (16% gegenüber 21%) als Grund für Behinderungen der Bautätigkeit angeführt. Die Reichweite der Auftragsreserven hat im Durchschnitt der Bausparten zugenommen. Mit 3,3  Monaten war sie höher als ein Jahr zuvor (3,0 Monate). Den Firmenmeldungen zufolge konnten erneut nur moderate Erhöhungen der Bauleistungspreise durchgesetzt werden. In den kommenden Monaten dürfte sich der Spielraum für Preiserhöhungen jedoch wieder vergrößern. Die Personalpläne deuten etwas häufiger als im Februar auf eine weiteren Anstieg der Beschäftigtenzahl in der nächsten Zeit hin.

Im Hochbau ist die Geschäftslage im März spartenübergreifend weitgehend unverändert geblieben. Die Perspektiven verbesserten sich dagegen in allen Hochbausparten. Im öffentlichen Hochbau wurde verstärkt mit einer eher günstigeren Entwicklung der bisher schon relativ guten Geschäftslage gerechnet. Die im Wohnungsbau tätigen Betriebe erwarteten nun, dass die auch im März im Spartenvergleich überdurchschnittlich positiv bewertete Geschäftslage sich nicht verschlechtern, sondern eher fortsetzen wird. Für den gewerblichen Hochbau gingen die Testteilnehmer von einer leichten Verbesserung der aktuell weitgehend zufrieden stellenden wirtschaftlichen Situation aus. Die Kapazitätsauslastung nahm im Durchschnitt der Hochbausparten zu. Sie war mit 79% (saisonbereinigt) genauso hoch wie ein Jahr zuvor. Die Reichweite der Auftragsbestände verlängerte sich auf 3,7 Monate (März 2014: 3,1 Monate).

Die Geschäftslage der im Tiefbau tätigen Betriebe hat sich im März nur noch geringfügig verschlechtert. Sie wurde mit einem Wertungssaldo von -16 zwar ungünstiger als im März 2014 (-1), aber nach wie vor erheblich besser als im längerfristigen Durchschnitt (-44) beurteilt. Die Testteilnehmer mussten ihre Erwartungen spürbar zurücknehmen und rechneten nicht mehr mit einer Verbesserung in den kommenden Monaten, sondern mit einer Stabilisierung. Die Reichweite der Auftragsbestände verlängerte sich etwas, sie lag mit 2,3 Monaten erneut unter dem Vorjahresniveau (2,7 Monate). Der Auslastungsgrad des Maschinenparks ist mit 72% nahezu konstant geblieben und war damit vier Prozentpunkte niedriger als zur gleichen Zeit im Vorjahr (Werte saisonbereinigt). Der deutliche Abstand zum Vorjahresergebnis dürfte wie schon im Vormonat vor allem auf witterungsbedingte Einflüsse zurückzuführen sein.



[1] Änderung der Saisonbereinigung ab Januar 2015: Umstellung vom ASA-II-Verfahren auf das vom U.S.Bureau of the Census entwickelte und international weit verbreitete X-13 ARIMA-SEATS-Verfahren. Mit der Umstellung werden die Zeitreihen ohne Witterungsbereinigung ausgewiesen.

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